"Gewagt - Gewonnen"

("Wassersuche", 15.06.2017)

Am Dienstag, den 13.06.2017 erreichte mich am Abend ein Anruf aus dem Münchener Raum. Günther, glücklicher Familienvater von 3 Kindern hatte am Sonntag-Abend, VERMUTLICH! seinen Ehering im Wasser eines Badesees verloren. Er schilderte die Geschichte wie folgt: "Ich war kurz zum Abkühlen die Leiter am Steg ins Wasser gestiegen, bin dort ein bisschen hin und her gelaufen und dann mit den Kindern auf dem Schlauchboot auf den offenen See". Meiner Erfahrung zufolge, vermutete (und hoffte!) ich den Ring im Flachwasserbereich. Wie so oft konnte ich nur wenig Schlafen (wenn ein Suchauftrag ansteht, freue ich mich wie ein Kind am Weihnachtsabend), deshalb stand ich heute, am 15.06.2017 schon 05:15 Uhr auf und verließ schon 06:45Uhr das Haus. Ich war knapp 90min vor der vereinbarten Zeit am See. Zwei ältere Herrschaften beendeten gerade ihre morgendliche Schwimmrunde, weshalb ich meine Badehose und den Detektor holte, um den Steg zu besetzen und erste Bahnen zu ziehen. Müll, Münzen, ein Edelstahlring..... Von einem Ehering noch keine Spur. Als Günther den Steg betrat, wusste ich sofort, dass er es sei. Man begrüßte sich freundlich und ich ließ mir die Details erklären. Ein 20ct-Stück nach dem Anderen kamen ans Tageslicht, immernoch kein Ehering. Inzwischen waren auch der Besitzer des Weihers und einige, motivierte Morgenschwimm-rentner am Ort des Geschehens. Nachdem ich die Stelle relativ gründlich absuchte, versuchten wir unser Glück auf der Liegewiese - aber nein - irgendwas sagte mir, dass die größte Wahrscheinlichkeit, den Ring zu finden, im Flachwasser war (was auch immer Flachwasser an diesem See bedeutet - es ging ein paar Meter gerade, dann schnurstracks ins Tiefe). Ich folgte meiner Intuition. Günther erzählte mir, dass er auch mit den Kindern am Ende des Steges herumtollte und wohl einen nach dem anderen ins Wasser warf. Ich erweiterte das Suchgebiet. Nachdem ich ihm sagte, er müsse nicht die ganze Zeit warten, (inzwischen waren knapp 1,5h vergangen), unterhielt er sich mit den Rentnern auf der Wiese. Ich bekam ein Signal direkt an der Kieskante ins Tiefe, etwa auf 175cm Wassertiefe. Vorsichtig versuchte ich es zu bergen, ohne dass es ins Tiefe wegrutschte. Es gelang! Es war der Ring! Erleichterung. Ich ballte mehrmals die "Erfolgsfaust", bis auch Günther diese zwischen den Rentnern hindurch in die Luft gestreckt erkannte. Ich nahm den Ring aus dem Korb, bewegte mich zum Steg und fragte Günther: "Ist es der?" - "Das glaub' ich nicht, das glaub' ich nicht" (oder so ähnlich - dummerweise war auch ich so begeistert, dass ich vergaß, die Kamera erneut einzuschalten) - "das isser"! Riesenfreude - Riesenerleichterung - mit dem Fundort war klar, wo er verloren ging, alle Logik griff wieder, alle Rentner waren begeisterte Zeugen, der Weiherbesitzer eilte herbei und freute sich mit allen - gelungen. DANKE!!! Wir quatschten noch ein halbes Stündchen und feierten unser Glück, jetzt verriet mir Günther auch, dass seine Frau garnicht wusste, dass ich engagiert war. Er sagte zu ihr nur, er würde nach dem Ring tauchen (eigtl.: nach dem Ring tauchen "lassen"). Es war ein sehr schöner Einsatz, ich habe mich während der gesamten Kommunikation und auch vor Ort sehr wohl gefühlt, ich habe deutlich gespürt, dass hier zwei Charaktere aufeinandertreffen, die das Gegenüber als Person wahrnehmen und wertschätzen, ohne Vorurteile, mit Respekt.
Viel Spaß mit "Deinem" Ring - ach ja, fast vergessen - am Ring war ein ordentlicher Kratzer, (eben "sein Kratzer") von einem Stein, den Günther auf der Baustelle des Eigenheimes trug. Auch die Geschichte des Kratzers ging somit nicht verloren, der Ring ist wieder am Finger des Besitzers und weitere Geschichten dürfen mit ihm und in ihn geschrieben werden.....